Kann man Bienenwachstücher selber machen? Ja, absolut. Mit Bienenwachs, Baumwollstoff und einem Backofen kommen Sie weit, und es ist ein schönes kleines Projekt. Aber es gibt ein paar ehrliche Vorbehalte zu Gleichmäßigkeit, Haftkraft und Zeit, die Sie kennen sollten, bevor Sie loslegen. Hier bekommen Sie die ganze Methode, und die ganze Rechnung.
Das brauchen Sie
Die Einkaufsliste ist kurz: reines Bienenwachs als Block oder Pastillen, ein Stück dicht gewebter Baumwollstoff, Backpapier, ein Backblech, ein Pinsel, den Sie für Wachs opfern können, und ein Backofen, der eine gleichmäßige, niedrige Temperatur hält.
Die Stoffwahl bedeutet mehr, als viele denken. Dünne, dicht gewebte Baumwolle saugt das Wachs gleichmäßig auf, während dicker oder locker gewebter Stoff das Wachs fleckig aufnimmt und steif wird. Waschen Sie den Stoff, bevor Sie beginnen, und schneiden Sie ihn mit einer Zickzackschere auf die gewünschte Größe zu, damit die Kanten beim Gebrauch nicht ausfransen.
So geht es im Ofen: Schritt für Schritt
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1Heizen Sie den Ofen auf 80 bis 90 Grad vor
Mehr Hitze brauchen Sie nicht: Bienenwachs schmilzt bereits bei rund 62 bis 64 Grad, und eine zu hohe Temperatur kann Wachs und Stoff verfärben.
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2Reiben Sie das Wachs
Benutzen Sie eine Reibe und reiben Sie das Bienenwachs fein. Je feiner das Wachs gerieben ist, desto gleichmäßiger schmilzt es in den Stoff.
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3Bauen Sie ein Sandwich aus Backpapier
Legen Sie einen Bogen Backpapier auf das Backblech, darauf den Stoff, streuen Sie das Wachs gleichmäßig darüber und decken Sie alles mit einem weiteren Bogen Backpapier ab.
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4Schmelzen und verstreichen
Nach wenigen Minuten im Ofen ist das Wachs glänzend und flüssig. Nehmen Sie das Blech heraus, heben Sie das obere Backpapier an und verstreichen Sie das Wachs zügig in trockene Stellen und bis ganz an die Kanten.
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5Zum Trocknen aufhängen
Heben Sie das Tuch an zwei Ecken an und hängen Sie es über einen Wäscheständer. Das Wachs wird in unter einer Minute fest, und das Tuch ist einsatzbereit.
Hier wird es schwierig: die gleichmäßige Wachsschicht
Das erste selbstgemachte Tuch wird selten perfekt, und das ist völlig normal. Zu viel Wachs an einer Stelle ergibt ein steifes Feld, das reißt und abblättert, wenn das Tuch gefaltet wird, während zu wenig Wachs an anderer Stelle trockene Flecken hinterlässt, die weder das Essen schützen noch haften. Fertige Tücher werden mit genau dosierter Wachsmenge pro Quadratzentimeter hergestellt, eben um das zu vermeiden.
Die Lösung zu Hause: Legen Sie das Tuch zurück in den Ofen, lassen Sie das Wachs erneut schmelzen und verstreichen Sie es noch einmal. Rechnen Sie mit ein paar Runden, bis die Schicht gleichmäßig ist, und rechnen Sie damit, dass Ihre ersten beiden Tücher Übungstücher werden.
Die Haftkraft: darum enthalten fertige Tücher Harz
Reines Bienenwachs ist formbar, aber nicht besonders klebrig. Fertig produzierte Tücher enthalten deshalb etwas natürliches Baumharz, das den charakteristischen Halt an Schüsselrändern gibt, und einen Zusatz, der das Tuch geschmeidig hält. Ein selbstgemachtes Tuch aus reinem Bienenwachs liegt gut auf einer Schüssel, aber es greift nicht auf dieselbe Weise um den Rand.
Harz lässt sich kaufen und zusammen mit dem Wachs schmelzen, aber dann steigen sowohl der Preis der Rohstoffe als auch der Schwierigkeitsgrad: Die Mischung braucht das richtige Verhältnis, und das Harz muss sich vollständig auflösen, bevor es verstrichen werden kann. Es ist durchaus möglich, aber hier hören die meisten Heimprojekte auf.
Die Zeitrechnung: wann lohnt es sich?
Beim ersten Mal dauert das Projekt schnell eine Stunde oder zwei, mit Reiben, Probieren und Aufräumen, und Wachs im Pinsel und auf der Arbeitsfläche muss danach auch noch weg. Als Hobbyprojekt ist es jede Minute wert: Es duftet nach Honig in der Küche, Kinder finden es spannend, und alte Baumwollreste bekommen ein neues Leben.
Aber seien Sie ehrlich mit sich selbst, was das Ziel angeht. Wollen Sie einfach gleichmäßige, gut haftende Tücher, die vom ersten Tag an zuverlässig funktionieren, ist der Zeitaufwand schwer zu rechtfertigen. Dann ist ein fertiges Set der einfachste Weg zu dem Ergebnis, das Sie eigentlich suchen.
Pflege und Auffrischen gelten in jedem Fall
Selbstgemachte und gekaufte Tücher werden genau gleich gepflegt: in kaltem Wasser mit milder Seife abspülen und zum Lufttrocknen aufhängen, nie heißes Wasser oder Spülmaschine. Die ganze Routine steht im Ratgeber über die Pflege von Bienenwachstüchern.
Wird das Tuch nach einiger Zeit matt und weniger haftend, können Sie die Wachsschicht im Ofen auffrischen, bei derselben niedrigen Temperatur, 80 bis 90 Grad. Und sind Sie bei der Anwendung unsicher, haben wir einen eigenen Artikel darüber, wie Sie Bienenwachstücher im Alltag verwenden.
Fazit: schönes Projekt, aber keine Abkürzung
Bienenwachstücher selber zu machen ist ein gemütliches Projekt, das durchaus brauchbare Tücher ergibt, besonders zum Einwickeln von Brotscheiben und zum Abdecken kleiner Schüsseln. Wollen Sie dagegen Tücher, die gleichmäßig, geschmeidig und haftstark genug sind, um Schüsseln zu verschließen, ist ein fertiges Set mit Bienenwachs und Harz schlicht das bessere Produkt. Vokshus Bienenwachstücher kommen als Set mit drei Größen, einsatzbereit vom ersten Tag.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Stoff eignet sich am besten für selbstgemachte Bienenwachstücher?
Dünne, dicht gewebte und vorgewaschene Baumwolle. Locker gewebte oder dicke Stoffe saugen das Wachs ungleichmäßig auf und werden steif. Alte Bettwäsche aus Baumwolle ist eine gute Quelle für Übungsstoff.
Kann ich Kerzenwachs statt Bienenwachs verwenden?
Nein. Stearin und Paraffin sind kein Bienenwachs und gehören nicht in Kontakt mit Lebensmitteln. Verwenden Sie nur reines Bienenwachs für den Lebensmittelgebrauch, am besten als Pastillen, die sich leicht reiben und dosieren lassen.
Warum haftet mein Tuch nicht an Schüsseln?
Weil reinem Bienenwachs die Haftkraft des Baumharzes fehlt. Selbstgemachte Tücher ohne Harz liegen auf der Schüssel, statt um den Rand zu greifen. Mit Harz in der Mischung wird der Halt besser, aber die Mischung ist schwerer gleichmäßig hinzubekommen.
Welche Temperatur soll der Ofen haben?
80 bis 90 Grad reichen. Bienenwachs schmilzt bei rund 62 bis 64 Grad, und die niedrige Temperatur gibt Ihnen genug Zeit zum Verstreichen, ohne dass Wachs oder Stoff Schaden nehmen.
Lieber fertige Tücher?
Vokshus Bienenwachstücher bestehen aus Baumwolle mit Bienenwachs und Baumharz: gleichmäßige Wachsschicht, guter Halt und drei Größen in einem Set.
Zum Bienenwachstücher-Set →- Set mit drei Größen
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- Wiederverwendbar für ca. 12 Monate
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